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Getriebe 915 raus, G50 rein

Die Lösung für die häufigen Schaltprobleme mit dem 915 Getriebe oder für die Verwendung von leistungsstarken Motoren im G-Modell mit dem Achsrohr bis Modelljahr 1986.  

In den Porsche 911 der Modelljahre 1972-1986 ist das 915er Getriebe verbaut, das in Sachen Schaltkomfort und Belastbarkeit deutliche Vorteile gegenüber seinem Vorgänger, dem Getriebetyp 901 aufweist. Für Dauerbelastungen, die von Motoren mit mehr als 250 PS ausgehen, ist es jedoch nicht ausgelegt. Deshalb verwendete Porsche ab dem Modelljahr 1987 das sog. G50 Getriebe eine neue Entwicklungsstufe im Getriebebau. Der mechanisch wichtigste Unterschied ist die Belastbarkeit, die durch die Verbreiterung der Zahnräder um 100 Prozent erreicht wurde. Darüber hinaus überarbeiteten die Techniker die Schaltführung, was der Fahrer an einer deutlich verbesserten Bedienbarkeit bemerkt. Der dritte und vierte Gang sind geführt, das wird bei Schalten deutlich spürbar. Die Schaltwege wurden ebenfalls verkürzt. Insgesamt fühlt sich das Getriebe deutlich knackiger an.

Nachteile gegenüber dem Vorgängermodell 915 sind - von 15 Kilogramm Mehrgewicht abgesehen - nur noch die etwas längere Übersetzung. Viele Porsche-Enthusiasten mit G-Modellen der Modelljahre 1984 bis einschließlich 1986 bevorzugen das G50-Getriebe aufgrund dieser Vorteile. Der Kaufpreis für das Modell mit G50 Getriebe liegt deshalb auch um einiges höher als der für das Modell mit dem 915er Getriebe.

Der Umbau ist nicht einfach, da das G50-Gehäuse etwa 5 cm Zentimeter länger ist als beim 915er Getriebe. Um es auch in älteren 911 nutzen zu können, müsste eigentlich das Achsquerrohr des Modelljahres 1987eingesetzt werden. Der Austausch ist jedoch ein erheblicher Eingriff in die Karosseriestruktur und lässt sich nur vertreten, wenn bereits eine Vorschädigung - zum Beispiel durch einen Unfall - vorliegt. Die elegantere und effizientere Lösung ist die Anpassung des Getriebetyps G50 auf die Länge des 915er Getriebes, was ohne Einschränkung des Schaltkomforts und der Standfestigkeit möglich ist. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt leider nicht aus, der Umbau ist recht aufwändig und somit nicht ganz billig. Allerdings, wer große Motoren mit einem 915er Getriebe fährt, kann durch die Umrüstung im Laufe der Jahre eine Menge Geld sparen.

Die Kosten müssen in jedem Einzelfall kalkuliert werden und hängen von den individuellen Gegebenheiten des umzubauenden Fahrzeuges ab.